AR23 – Museum und großer Burghof

Burg Oebisfelde mit historischem Burggebäude und Burgturm

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AR23 Museum und großer Burghof

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Willkommen auf dem großen Burghof. Hier befand sich der Wirtschaftsbereich der Burg. Bedienstete und Handwerker sorgten dafür, dass das Leben hinter den Mauern funktionierte. Vorräte mussten gelagert, Speisen zubereitet, Brot gebacken und Bier gebraut werden.

Ein Teil dieser Geschichte ist heute im Burg- und Heimatmuseum zu entdecken. Es befindet sich im ehemaligen Gesindehaus. Nach Leerstand und Sanierung begannen 1996 die Ausbauarbeiten für das Museum. Seit 1997 wird es vom Oebisfelder Heimatverein ehrenamtlich betrieben.

Auf 4 Etagen und mehr als 550 Quadratmetern erwarten die Besucher 17 Dauerausstellungen. Nach Angaben des Heimatvereins ist es das größte ehrenamtlich geführte Museum in Sachsen-Anhalt.

Die Ausstellungen widmen sich alten Handwerken, dem häuslichen Alltag und der Geschichte von Burg und Stadt. Auch die frühere innerdeutsche Grenze gehört zu den Themen. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Angebot.

Nehmen Sie sich nun Zeit für einen Blick auf die Gebäude rund um den Hof. Die folgende Orientierung geht vom heutigen Haupteingang aus.

Auf der linken Seite liegt die ehemalige Burgkapelle. Sie besitzt 2 übereinanderliegende Räume mit unterschiedlichen Gewölben: unten ein Tonnengewölbe, oben ein Kreuzgewölbe. Ein Übergang verband den oberen Bereich mit den herrschaftlichen Räumen.

Eine heute zugemauerte Pforte führte zu einer Treppe innerhalb der Mauer. Über sie ließ sich der obere Kapellenraum erreichen. Ein kleeblattförmiges Fenster gehört zu den bemerkenswerten Baudetails.

Seine Form weist auf eine Entstehung um 1220 hin, am Übergang von der Romanik zur Gotik. Der untere Kapellenraum wird vom Bund der Vertriebenen genutzt. In der oberen Kapelle finden Sonderausstellungen statt.

Daneben steht das Gesindehaus mit dem Museum.

Nach einem Brand im Jahr 1556 wurde es wiederaufgebaut. Anschließend folgt die Krumme Scheune, die überwiegend als Lager diente. Löcher in der Außenwand lassen noch erkennen, wo früher Zwischenböden lagen.

An der Südwand erinnern Wappen an verschiedene Burgherren. Besonders bekannt ist die Familie von Bülow, die von 1485 bis 1587 mit der Burg belehnt war.

Wenden Sie sich nun der rechten Seite des Haupteingangs zu. Oben befindet sich der Rittersaal. Er bietet Platz für bis zu 200 Personen und wird für vielfältige Veranstaltungen genutzt.

Neben dem Tor steht eine große steinerne Gedenkplatte, ein Epitaph der Familie Kove. Der erste hier eingesetzte Amtmann dieses Namens kam 1587 aus Einbeck nach Oebisfelde. Seine Berufung markiert den Übergang von der Belehnung der Familie von Bülow zur Verwaltung durch Amtmänner.

Ein weiterer Erinnerungsstein thematisiert die Teilung Deutschlands. Er wurde 2020 aufgestellt.

Seit 2019 erschließt ein angebauter Aufzug den Rittersaal.

Damit ist der Saal barrierefrei erreichbar. Eine barrierefreie Toilette ergänzt die Ausstattung. Seine Holzverkleidung nimmt in der äußeren Wirkung Bezug auf eine frühere, verkleidete Außentreppe.

An das Gebäude schließt sich das ehemalige Brauhaus an. Bei der Sanierung entstanden dort unter anderem ein Ratssitzungssaal und Einrichtungen für die Nutzung der Burg.

Der Ratssitzungssaal wird umgangssprachlich auch „Burgverbinder“ genannt. 2024 kam ein eigenes Trauzimmer hinzu. Trauungen sind damit im Rittersaal, im Burgverbinder und im Trauzimmer möglich. Das historische Ambiente zieht auch Brautpaare aus der Umgebung an.

Danach folgt der Palas, das frühere Wohngebäude der Burgherren. Zusammen mit dem Bergfried gehört er zu den ältesten Teilen der Anlage. Seine Fassade zeigt verschiedene Bauphasen: Kleeblattfenster erinnern an die ältere Bauzeit, rechteckige Sandsteingewände an spätere Umbauten.

Beim Bau des Aufzugs wurden tief liegende Holzbalken gefunden. Untersuchungen anhand ihrer Jahresringe verwiesen auf Bauphasen am Anfang und am Ende des 13. Jahrhunderts. Ein Durchgang verbindet den großen mit dem kleinen Burghof. Er ist meist verschlossen, wird aber zu den Öffnungszeiten des Museums geöffnet.

Der große Burghof macht deutlich, wie viele Aufgaben eine Burg erfüllen musste. Heute helfen Museum, Veranstaltungen und andere Nutzungen dabei, diese Gebäude lebendig zu halten.

Weitere Einzelheiten zum Gesindehaus und zum Burgturm können Sie in den ergänzenden Hörtexten entdecken. Unser Altstadtrundweg führt als Nächstes zur Milchbank am ehemaligen Amtshof.

Ergänzende Hörbeiträge

Burgturm: Hören und Lesen

Gesindehaus: Hören und Lesen

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