
Unveröffentlichter Entwurf · Hören und Lesen
Deutsche Fassung freigegeben.
AR09 Ständerhaus
Deutsche Audiofassung
Wir sind wieder in der Achterstraße. Ihr Name hat nichts mit der Zahl 8 zu tun. „Achtern“ bedeutet im Niederdeutschen „hinten“. Auch aus der Seemannssprache kennen wir das Wort für den hinteren Bereich eines Schiffes.
Vor Ihnen steht das sogenannte Ständerhaus.
Es wurde vor etwa 500 Jahren gebaut. An ihm lässt sich eine ältere Form des Fachwerkbaus besonders gut erkennen.
Die senkrechten Hölzer reichen bei dieser Bauweise über mehrere Geschosse. Die einzelnen Etagen stehen also nicht als jeweils eigene Konstruktion übereinander. Stattdessen verbinden durchgehende Ständer den unteren und den oberen Bereich des Hauses.
In diese Ständer wurden die waagerechten Deckenbalken mit Zapfen eingefügt und durch hölzerne Verbindungen gesichert. Besonders auf der Hofseite ist die Konstruktion noch gut abzulesen.
Der Hof ist frei zugänglich. Bitte verhalten Sie sich dort ruhig und nehmen Sie Rücksicht auf die Bewohner.
Wenn Sie die Balken mit den Augen verfolgen, wird aus der Fassade fast ein Bauplan. Sie erkennen, welche Hölzer Lasten tragen und wie die Teile zusammenwirken.
In den 1990er Jahren wurde das Haus aufwendig und denkmalgerecht saniert. Dabei legte man Wert darauf, die charakteristischen Merkmale dieser Bauweise sichtbar zu erhalten.
Bei anderen Häusern ist die ältere Konstruktion oft hinter Putz, Verkleidungen oder späteren Fassaden verborgen. Deshalb lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen, wie viel alte Bausubstanz in einem Gebäude steckt.
Ein Stück weiter in Richtung Kirche erreichen wir das evangelische Pfarrhaus, die nächste Station unseres Rundgangs.
Weiter zum Pfarrhaus · Station 10
Gehen Sie nun ein Stück weiter in Richtung Kirche zum evangelischen Pfarrhaus in der Achterstraße 32. Sie können diesen Beitrag unterwegs hören.
Ständerhaus
We are back in Achterstraße. Its name has nothing to do with the number 8. In Low German, “achtern” means “behind” or “at the back”. The word is also used by sailors to refer to the rear of a ship.
In front of you stands the building known as the Ständerhaus.
It was built around 500 years ago. It offers a particularly clear example of an older form of timber framing.
In this type of construction, the upright timbers extend through several storeys. Rather than each floor forming a separate structure stacked on top of the next, continuous posts connect the lower and upper parts of the house.
The horizontal floor beams were fitted into these posts using tenon joints and secured with wooden connections. The construction is particularly easy to recognise on the courtyard side.
The courtyard is freely accessible. Please keep noise to a minimum and respect the residents.
As you follow the beams with your eyes, the façade almost becomes a building plan. You can see which timbers carry the loads and how the different parts work together.
During the 1990s, the house underwent extensive restoration that respected its historic character. Particular care was taken to preserve the distinctive features of this construction method and keep them visible.
In other houses, older structures are often hidden behind plaster, cladding or later façades. It is therefore not always possible to tell at first glance how much historic fabric a building contains.
A little further along, towards the church, we reach the Protestant parish house, the next stop on our walk.