AR04 – Die Burganlage

Burg Oebisfelde mit historischem Burggebäude und Burgturm

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AR04 Die Burganlage

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Vor Ihnen steht das Informationsschild zur Oebisfelder Burg. Nehmen Sie sich einen Moment, um die einzelnen Gebäude auf dem Plan zu entdecken.

Die Anlage wird als Sumpfburg bezeichnet.

Sie gilt als vermutlich älteste noch erhaltene Sumpfburg Europas. Die Umgebung ist von Aller und Ohre sowie ihrer Wasserscheide geprägt. Ihre Lage in einer von Wasser und feuchtem Gelände geprägten Landschaft bot natürlichen Schutz. Zugleich ließen sich von hier wichtige Verkehrswege überwachen.

Die Burg hat eine lange Baugeschichte. Eine ältere Befestigung aus Holz und Erde wird als möglicher Vorgänger angenommen.

Eine solche Befestigung sollte Menschen und ihren Besitz schützen. Die Vorlage bringt ihren Schutzbedarf auch mit Einfällen der Wenden und den sogenannten Sachsenkriegen in Verbindung. In der erhaltenen Anlage finden sich Bauteile aus spätromanischer Zeit. Spätere Eigentümer hinterließen mit Umbauten und Erweiterungen ihre eigenen Spuren.

Als Baumaterial diente überwiegend Naturstein. Dazu bestand auch eine Verbindung zu den Steinbrüchen bei Velpke, die zeitweise zum Besitz der Oebisfelder Burgherren gehörten.

Anders als manche mittelalterliche Burg wurde Oebisfelde später nicht vollständig zu einem repräsentativen Schloss umgestaltet. Seit 1587 wurde die Anlage überwiegend von Verwaltern genutzt. Eine Ausnahme bildete ein Aufenthalt eines hessischen Prinzen um 1700, für den einzelne Räume standesgemäß ausgebaut wurden.

An die Verbindung zu Hessen erinnert der Löwe auf dem Dachreiter über dem Haupteingang. Achten Sie bei Ihrem Rundgang einmal darauf.

Nach der überlieferten Besitzfolge gehörten Burg und Amt Oebisfelde von 1694 bis 1866 den Landgrafen von Hessen und nach einem Erbübergang bis 1916 den Landgrafen von Darmstadt.

Auch der Stadtgrundriss lässt sich von hier aus gut verstehen. Burg, Kirche und Rathaus bilden wichtige Orientierungspunkte: die Burg im Süden, die Kirche im Norden und dazwischen das Rathaus. Straßen und Häuser gruppieren sich um diese Orte.

Die Burg war zugleich Wohnort, Verwaltungszentrum und Wirtschaftsbetrieb. Für ihren Alltag brauchte sie Vorräte, Werkstätten, Ställe und die Arbeit vieler Menschen. Einige dieser Bereiche begegnen uns später auf dem großen Burghof wieder.

Zunächst führt unser Weg zurück zur Stadtmauer und zum ehemaligen Braunschweiger Tor.

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