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Deutsche Fassung freigegeben.
Zusatz – Gesindehaus
Deutsche Audiofassung
Das Gesindehaus beherbergt heute das Burg- und Heimatmuseum. Seine Geschichte reicht jedoch weit vor die Einrichtung des Museums zurück.
Nach einem Brand im Jahr 1556 wurde das Gebäude wiederaufgebaut.
Ein Blick auf die Hofseite verrät, dass das Gebäude nicht nur als Wohnhaus diente. In den Fachwerkwänden lagen früher große, mit Türen verschlossene Öffnungen. Durch sie gelangten landwirtschaftliche Erzeugnisse in das Gebäude.
Das Haus wurde also auch als Speicher genutzt. Hier lagerten Abgaben, die aus den zur Burgherrschaft gehörenden Ländereien kamen. Im Dachgeschoss ist noch ein Teil eines vertikalen Göpels erhalten. Das ist eine historische Antriebsvorrichtung mit einer senkrechten Welle. Menschen oder Zugtiere setzten sie durch ihre Bewegung im Kreis in Gang.
Später entstanden Wohnräume. Im Inneren lässt sich der Umbau an den Balken erkennen: Zur älteren Eichenkonstruktion kamen leichtere Hölzer mit kleineren Querschnitten hinzu.
Im Erdgeschoss lag auf der linken Seite eine Wohnung mit 2 Zimmern und einer Kammer. Rechts befanden sich ein Pferdestall und ein Schweinestall. Wohnen und Tierhaltung waren damit unter einem Dach vereint.
1958 kaufte die Stadt das bis dahin private Gebäude. Noch bis in die 1980er Jahre lebten hier Menschen. Die Wohnverhältnisse waren einfach: dünne, ungedämmte Wände und einfach verglaste Holzfenster boten wenig Komfort.
Mitte der 1990er Jahre wurde das Fachwerkhaus umfassend restauriert. Fördermittel des Landes und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz halfen dabei. Fenster und Türen wurden erneuert, die Vorderfront bearbeitet und das Dach neu gedeckt.
Auch danach blieb die Erhaltung des Hauses eine wichtige Aufgabe. Im Jahr 2025 wurde das Dach erneut saniert. Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützten die Arbeiten.
Heute bewahrt das Museum hier nicht nur Gegenstände der Vergangenheit. Das Gebäude selbst ist ein Ausstellungsstück: ein Zeugnis von Vorratshaltung, Wohnen und dem Wandel der Burg.
The Gesindehaus
The Gesindehaus, the former servants’ house, is now home to the Castle and Local History Museum. Its history, however, reaches back long before the museum was established.
The building was rebuilt after a fire in 1556.
A look at the courtyard side reveals that it was used for more than housing. Large openings, closed with doors, once occupied parts of the timber-framed walls. Agricultural produce was brought into the building through them.
The house therefore also served as a storehouse. Produce collected as dues from the lands belonging to the castle estate was stored here. Part of a vertical rotary drive, known in German as a Göpel, survives in the attic. This historic mechanism had an upright shaft. People or draught animals walking in a circle provided the power to turn it.
Living quarters were created later. Inside, the alterations can be traced in the beams. Lighter timbers with smaller cross-sections were added to the older oak structure.
On the left-hand side of the ground floor was a dwelling with 2 rooms and a small chamber. On the right were a horse stable and a pigsty. People and livestock therefore lived under the same roof.
In 1958, the town bought the building, which had previously been privately owned. People continued living here into the 1980s. Conditions were basic: thin, uninsulated walls and single-glazed wooden windows offered little comfort.
In the mid-1990s, the timber-framed house underwent extensive restoration. Funding from the state and the German Foundation for Monument Protection helped support the work. Windows and doors were replaced, the front façade was restored and the roof was renewed.
Preserving the building remained an important task in the years that followed. In 2025, the roof was renovated again. Funding from the European Union and the state of Saxony-Anhalt supported the work.
Today, the museum preserves more than objects from the past. The building itself is an exhibit: a record of storage, domestic life and the changing uses of the castle.