
Unveröffentlichter Entwurf · Hören und Lesen
Deutsche Fassung freigegeben.
AR07 Wehrgang
Deutsche Audiofassung
Wer eine mittelalterliche Stadt verteidigen wollte, musste ihre Mauer nicht nur von unten betrachten. Entscheidend war der Weg oben entlang der Innenseite: der Wehrgang.
An dieser Stelle können Sie erkennen, wo seine Balken in der Stadtmauer verankert waren. Auf ihnen lagen Bohlen. Darauf konnten die Wachmannschaften entlanggehen, das Gelände beobachten und bei Gefahr die Mauer verteidigen.
Die Mauer war auf der Stadtseite etwa 4 bis 5 Meter hoch. Der Wehrgang lag darunter, auf einer Höhe von ungefähr 2,5 bis 3,5 Metern über dem damaligen Boden.
Das heutige Straßenniveau entspricht jedoch nicht mehr dem mittelalterlichen. Es liegt rund 1,5 Meter höher. Beim Blick auf die Mauer müssen wir uns den früheren Boden deshalb deutlich tiefer vorstellen.
Auf der Außenseite erschwerten zusätzlich 2 Gräben mit dazwischenliegenden Wällen den Zugang. Eine Stadtmauer war also Teil eines ganzen Systems von Hindernissen.
Ein großer Teil ihres Verlaufs lässt sich in Oebisfelde noch verfolgen. Ihre ursprüngliche Höhe hat sie dagegen kaum bewahrt. Auch hier wurden Steine für andere Bauvorhaben entnommen.
Schauen Sie auf das Mauerwerk: Unterschiedlich verwitterte Steine machen sichtbar, wie verschieden das verbaute Material auf Wind und Wetter reagiert.
An der nächsten Station entdecken wir etwas Lebendiges zwischen den Steinen: den Mauerpfeffer.
The wall walk
To defend a medieval town, it was not enough to look at its wall from below. What mattered was the walkway running along the inside near the top: the wall walk.
Here, you can see where its supporting beams were anchored in the town wall. Wooden planks rested on these beams. Guards could walk along them, watch the surrounding area and defend the wall in times of danger.
On the town side, the wall was about 4 to 5 metres high. The wall walk was below the top, roughly 2.5 to 3.5 metres above the ground at that time.
Today’s street level, however, is different from the medieval one. It is around 1.5 metres higher. When looking at the wall, we therefore need to imagine the earlier ground level much further down.
On the outside, 2 ditches with earth banks between them made access even more difficult. A town wall was therefore part of a whole system of obstacles.
Much of the wall’s course can still be traced through Oebisfelde. Very little of its original height remains, however. Here, too, stones were removed for other building projects.
Look closely at the masonry. Differences in the weathering of the stones show how the various materials respond to wind and rain.
At our next stop, we will discover something living among the stones: biting stonecrop.